Gegen das Bienensterben – mit Gentechnik?

Nur noch 700.000 Völker in Deutschland
Ein Blick auf die Statistik belegt, um 1990 gab es in Deutschland noch 1,2 Millionen Bienenvölker, die fleißig Honig produzierten, die Zahl ist in den letzten Jahren auf 700.000 Völker geschrumpft. Besonders dramatisch war der Winter 2002/2003, der bis zu 30% der Bestände reduzierte – allerdings haben sich die Bestände seither auch wieder leicht erholt.
Dadurch wurde natürlich auch weniger Honig produziert, der Preis für das Kilo Honig/ Biohonig ist den in letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Der dramatische Verlust ist allerdings nicht der Honig, sondern die reduzierte Bestäubungsleistung, die damit einhergeht.

Das macht die tödliche Milbe
Die asiatische Varroa-Milbe, ein Parasit der Extraklasse, wurde erstmals 1977 in Deutschland nachgewiesen,  dringt in die Kinderstube des Bienenstocks ein und befällt die Larven. Die jungen Bienen werden als Wirtstiere von der Larve benutzt und sukzessive leer gesaugt. Dadurch wird das Immunsystem der Tiere massiv beeinträchtigt, sie werden anfälliger für Krankheitserreger, Viren und Bakterien. Viele Tiere werden dadurch auch mit Verstümmelungen und Behinderungen geboren, oder schaffen es gar nicht mehr zu schlüpfen. Normalerweise schützen sich Bienen vor Bakterien und Viren durch Propolis. Der gesamte Bienenstock ist mit einem Film von Propolis, der antibakteriell und antiviral wirkt ausgekleidet. Doch dem ausländischen Eindringling scheint er nichts anhaben zu können.

Den Kampf angesagt
Das Institut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf in der Nähe von Berlin hat sich der Gesundheit der Bienen und Honig-Hersteller verschrieben.  Dort läuft zurzeit das größte Forschungsprojekt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in 11 Ländern, über Bienen, Honig, ihre Lebensweise und ihre genetischen Grundlagen.
Smartbees heißt das Projekt und soll Bienen züchten, die sich besser gegen die tödliche Milbe zur Wehr setzen können. Finanziert wird das Projekt mit sechs Mio. Euro von der Europäischen Kommission.

Durch Gentechnik resistent?
Dafür haben Forscher bis zu 30.000 Bienen mit kleinen Farbkleksen zur Identifikation markiert und können herausfinden, welche Bienen sich besser gegen die Milbe durchsetzen können. Denn Varroa destructor ist der Todfeind der asiatischen Bienen (apis cerana) -  gewesen. Die asiatischen Bienen haben sich allerdings im Laufe der Jahre an die biologische Herausforderung gewöhnt und sind inzwischen resistent. An diesem Punkt setzen die molekularen Untersuchungen an, die genetischen Grundlagen für bessere Widerstandkraft zu identifizieren und anschließend resistente Völker gezüchtet werden.

Anmerkung  Kulinaristen: Viel Erfolg – trotzdem sollten auch andere Umwelteinflüsse dadurch nicht aus den Augen verloren werden.

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