Bienen, Bio-Honig und die neuen Stadtimker

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Das erste Ausschwärmen nach dem Winter

Wenn die ersten Sonnenstrahlen im Januar/Februar den Bienenstock erwärmen, kehrt wieder Leben in den Schwarm. Die Bienen haben sich im Winter gegenseitig gewärmt und geschützt, jetzt beginnt der Frühjahrsputz und die erste Nahrungssuche.

Die Königin hat Eier gelegt und der Nachwuchs will mit eiweißreichem Futtersaft gefüttert werden. Dabei richten sich die Bienen nach den jeweiligen Blühzeiten der Pflanzen, Frühblüher, wie Hasel, Löwenzahn, erste Obstbäume und natürlich Raps stehen auf dem Speiseplan.

 

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Bio-Honig aus Rheinland-Pfalz

Der Bio-Honig der Kulinaristen kommt hauptsächlich aus Rheinland-Pfalz und hier bietet das Fachzentrum Bienen und Imkerei in Rheinland-Pfalz z.B. für Imker ein „Blühphasenmonitoring“ an, in dem Standort und Termine des Blühbeginns und/oder der Hauptblüte entsprechend eingetragen und abgerufen werden können.

Aktuell sind ca. 4500 Imkerinnen und Imker am Werke, (u.a. auch zertifizierte ökologische Imkerein für die Herstellung von Bio-Honig), die ca. 40.000 – 50.000 Bienenvölker betreuen und sehr viel für die Gesundheit der Völker und die Bestäubung der Obst- und Nutzpflanzen tun. Durchschnittlich kann pro Bienenvolk mit einem jährlichen Ertrag von ca. 20kg gerechnet werden. Der volkswirtschaftliche Nutzen liegt allein in Rheinland-Pfalz bei ca. 100 Millionen Euro pro Jahr. Hochgerechnet auf Deutschland, wird der Wert der Bienenbestäubung mit ca. 2,5 Milliarden Euro angegeben.

 

Einflüsse durch Umwelt & Mensch

akazienhonigDie Vielfalt einer intakten Flora und Fauna ist die Grundlage für die Tätigkeit der Bienen. Unsere Honigbienen, aber auch zahlreiche Wildbienen, Wespen, etc. übernehmen eine immens wichtige Aufgabe bei der Bestäubung von Wild- und insbesondere Kulturpflanzen, deshalb nennt man sie auch „essentielle Bestäuber“, da sie einen wesentlichen Einfluss auf das Ökosystem (Kratochwil 2003) haben. Biesmeijer et al. (2006) belegen anhand von Studien in England und den Niederlanden, den Rückgang von Pflanzenarten, die Bienen für Ihre Bestäubung benötigen. Sie konnten allerdings keinen Rückgang bei Pflanzen nachweisen, die auch durch andere Insekten bestäubt werden können – damit lag die Schlussfolgerung nahe, dass die Pflanzenrückgänge die Reduzierung der Bienen widerspiegelt.

Die Bestäubung durch Honigbienen und andere Insekten ist bei vielen Pflanzenarten Voraussetzung für die Herausbildung der Frucht. Nicht nur der Bio-Honig, auch die Früchte des Waldes, von Nüssen bis Beeren, die Tracht unserer Kulturpflanzen vom Obstbaum bis zum Spargel, sichert Mensch und Tier eine vielseitige Nahrung. Aber je mehr Monokulturen entstehen, desto eingeschränkter ist die Sammelfähigkeit der Bienen und auch der Einsatz von Pestiziden in unserer intensiven Landwirtschaft geht nicht spurlos an den empfindlichen Bienen vorbei, da überall Herbizide und Pestizide verwendet werden. Ein weiterer Punkt ist das Verschwinden unbelasteter Freiflächen, wie z.B. Streuobstwiesen, Auwälder, etc. entsprechend eingeschränkter ist die Biene in ihrer Nahrungssuche.

Um dem entgegenzuwirken, haben sich in letzter Zeit u.a. in größeren Städten sogenannte „Stadt-Imker“ zusammengefunden. Es wird viel zur Aufklärung über die Tätigkeit von Bienen geleistet, der Herstellung von Bio-Honig erklärt und insbesondere mit Kindern- und Jugendlichen gearbeitet, um das Bewusstsein für die wichtige Sonderstellung der Biene zu schärfen und einen Beitrag zum Erhalt und Stärkung der Bienenvölker zu leisten.

honigglas-wabe-sonnenblumeKein Honig ist wie der andere  – ein 100% Naturprodukt

Gerade bei Bio-Honigen kann es zu leichten Schwankungen im Geschmack & Farbe kommen, da die Pollen- und Nektarproduktion der Blüten von vielen Faktoren abhängt, z.B. wie groß ist das aktuelle Angebot von Blüten auf einem bestimmten Areal (Standort), wie sind die Wetterverhältnisse, welche Pflanze blüht (Art der Pflanze), gibt es extreme Trockenperioden, zu nasse Jahreszeiten, etc.

Jedes Jahr kommt es dabei zu Schwankungen, die die Tracht, die Ausbeute und den Geschmack beeinflussen. Ein reines Naturprodukt wie Bio-Honig wird immer feine Nuancen haben.

 

 

 

Tags: Bio-Honig
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